3. Teil: Die Saphire
- 1: 1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach.
- 2: 2. Teil: Freundschaft ist keine Frage der Zeit.
- 3: 3. Teil: Die Saphire.
- 3.1: Prolog.
- 3.2: 1 - Der Rat der Saphire.
- 3.3: 2 - Annalina.
- 3.4: 3 - Leon.
- 3.5: 4 - Manawa.
- 3.6: 5 - Das Schweigen.
- 3.7: 6 - Quinns Auftrag.
- 3.8: 7 - Sophie.
- 3.9: 8 - Begegnungen.
- 3.10: 9 - Salz.
- 3.11: 10 - Hogan.
- 3.12: 11 - Hank.
- 3.13: 12 - Die Zeichnung.
- 3.14: 13 - Ari.
- 3.15: 14 - Showdown.
- 3.16: 15 - Die Schlucht.
- 3.17: 16 - Nachwirkungen.
- 3.18: 17 - Verloren.
- 3.19: 18 - Das Amulett.
- 3.20: 19 - Sherrys Entschluss.
- 3.21: 20 - Tüte.
- 3.22: 21 - Freunde.
- 3.23: 22 - Yax.
- 3.24: 23 - Abschiede.
- 3.25: 24 - Helden.
- 3.26: Epilog.
Der Rat der Saphire
Ein reißender Fluss rauschte vom Gletscher herunter in die tiefe Klamm des Tales. Schroffe Felswände und steil abfallende grüne Matten säumten die Ufer, bis sich die Enge der Klamm in ein weites, flaches Tal öffnete, wo sich sanfte Bachläufe durch blumenübersäte Wiesen und zwischen einzelnen Felsbrocken schlängelten.
Drei unterschiedlich große Hundegestalten standen auf dem von heller Sonne beschienenen Hang vor einer kleinen Gruppe Zirbelkiefern und schauten in das Tal.
„Es ist so wunderschön hier“, sagte Mose, der kleinste der drei, ein winziger weißer Welpe. „Ja“, antwortete Figo, ein struppiger Hund mittlerer Größe. „Quinn, du hast dieses Tal genau richtig ausgesucht! Hier werden sich alle, die kommen, wohl fühlen.“
„Aber wieso hat alles eine Farbe?“, fragte Mose verwundert. Er kannte die Welle nur in Weiß.
„Es heißt, dass Saphire auch in der Welle Farben sehen können“, sagte Figo. „Sie sind der Erde immer so nah, dass sie ihre Farben sehen. Vielleicht sind wir hier auch der Erde nah.“
Quinn, ein wahrer Riese von einem Hund mit glattem, grau gestromtem Fell, brummelte voller Bedenken. „Wenn sie nur auch kommen“, murmelte er besorgt, „wenn nur genügend kommen!“.
Mose, Figo und Quinn waren drei von den letzten Tieren in der Welle, die noch mit der Erde in Verbindung standen. Und sie machten sich Sorgen. Große Sorgen. Deshalb waren sie hier.
„Sie müssen einfach kommen“, sagte Figo. Aber man sah ihm an, dass er sich nicht so sicher war.
„Wir werden es bald sehen“, grollte Quinn, „kommt, wir gehen zu dem großen Felsvorsprung dort, das scheint mir ein geeigneter Ort. Sie müssten bald eintreffen.“ Sie gingen los und kletterten auf einen flachen Vorsprung, der aus der nahen Felswand herausragte.
Lange saßen die drei so still, dass sie beinahe unsichtbar erschienen. Fast genau so unsichtbar zeigte sich hier und da in dem schönen Tal eine leise Bewegung. Ein großer Vogel segelte lautlos an einer Felswand entlang und landete auf einem winzigen, steinernen Absatz. Er schüttelte seine Schwingen eine Weile zurecht, bis er sie glatt an den Körper legte und dann regungslos in das Tal blickte. Auch der Vogel schien zu warten.
Auf einer der großen Wiesen kamen langsam zwei prächtige Haflinger heran. Sie blickten sich suchend um. Einige Rinder mit großen Hörnern näherten sich gemächlichen Schrittes. Hinter dicken Felsbrocken zeigten sich die kleineren Geschöpfe: niedliche Kaninchen, stolze Hasen, sogar hübsche kleine Meerschweinchen und Hamster. Und wer genau hinsah, konnte in den Sträuchern und den Kronen der wenigen Bäume viele, bunte Vögel entdecken, die aufgeregt von Zweig zu Zweig hüpften. Ein kräftiger kleiner Esel trottete an einem größeren Bachlauf entlang, gefolgt von einigen geschmeidigen Katzen, die sich trockenere Wege suchten. Nach und nach erschienen überall noch mehr Tiere. Wunderschöne Gestalten mit glänzendem Fell oder Gefieder, leuchtenden Augen und fließenden Bewegungen.
Nach einiger Zeit war das ganze Tal angefüllt mit Tiergestalten, die auf etwas zu warten schienen. Suchend schauten sie sich um.
„Es ist soweit“, flüsterte Mose und schubste seinen großen Freund an. „Du musst jetzt was sagen!“. Quinn brummte kurz, sprang dann mit einem Satz auf den großen Felsvorsprung und ließ ein mächtiges Bellen ertönen. Augenblicklich richteten sich die Augen aller anwesenden Tiere auf Quinn. Gespannte Stille lag über dem Tal.
„Willkommen, Freunde“, sprach Quinn mit seiner kraftvollen Stimme. „Ich bin froh, dass Ihr gekommen seid. Obwohl“, und er ließ seinen Blick über die anwesenden Tiere streifen, „obwohl ich gehofft hatte, dass viel mehr kommen würden.“
„Eure Zahl ist klein geworden“, fuhr Quinn fort. „Es gibt nicht mehr so viele Saphire. Selbst wenn wir diejenigen mitzählen, die momentan auf der Erde weilen, seid ihr nur wenige. Zu wenige.“ Die Tiere schauten ihn stumm an. Viele von ihnen hatten sich noch nie über die Zahl der Saphire Gedanken gemacht und blickten sich neugierig um.
„Ich will Euch sagen, warum wir Euch hier her gerufen haben“, sagte Quinn. „Viele von Euch sind noch jung und deshalb will ich Euch die Geschichte der Saphire erzählen, damit ihr versteht, in welcher Gefahr wir sind.“ Ein Raunen ging durch die Schar der Tiere und sie kamen alle einige Schritte oder Flügelschläge näher, um Quinn und seiner Geschichte zuzuhören.
„Seit sich die Tiere mit den Menschen die Erde teilen“, begann Quinn mit eindringlicher Stimme, „seit dem gibt es auch Saphire. Wir sind die Wächter eines uralten Paktes zwischen Menschen und Tieren. Dieser Pakt besagt, dass Menschen und Tiere sich die Erde in Freundschaft teilen.
Jedes Tier, dessen irdisches Leben zu Ende ist, kommt hierher zu uns in die Welle. Hier hat es die freie Wahl, ob es einfach bleiben und den Schutz und die Heilkraft der Welle genießen, oder ob es wieder mit einem neuen Leben auf die Erde zurückkehren will. Wer zurückkehrt verliert für die Dauer seines Erdenlebens alle Erinnerung an die Welle und an seine vorherigen Leben. Nur Saphire können diese Erinnerung mit auf die Erde nehmen. Um ein guter Saphir zu werden, muss man die Erfahrungen von mehreren Erdenleben haben.
Saphire haben die selbst gewählte Aufgabe, die Freundschaft zwischen Mensch und Tier zu heilen. Und nur wer das in seinem Erdenleben als Saphir schafft, der darf bei seinen Menschen und Tieren bleiben und sie beschützen, oder in die Welle zurückkehren. Um dieser Aufgabe gewachsen zu sein, ist es wichtig, dass unter allen Erdenleben, die der Saphir hatte, wenigstens eins dabei ist, in dem er glücklich war und die Freundschaft eines Menschen erfahren hat. Und das, meine Freunde, ist unser Verhängnis.“
Quinn machte eine Pause. Die Tiere schienen beunruhigt und genau das hatte er erreichen wollen. Sie waren noch längst nicht beunruhigt genug. „Ich werde ihnen Feuer unterm Hintern machen!“ flüsterte er seinen beiden Gefährten zu. Mose und Figo warteten gespannt.
„Hört zu, Saphire!“ dröhnte Quinn in das Gemurmel der Tiere, das sofort verstummte. „Schaut euch um, wie wenige wir geworden sind! Das sind hier alle! Alle Saphire die es in der Welle noch gibt. Und auf der Erde sind es auch nicht viel mehr als ihr hier! Wir sind zu wenige um unsere Aufgabe noch erfüllen zu können. Wir werden immer weniger werden, bis wir einfach verloren gehen, aussterben. Und dann, Freunde, dann wird es vorbei sein mit der Freundschaft zwischen Menschen und Tieren!“
Die Saphire schauten Quinn auf seinem Felsvorsprung entsetzt an, während seine Worte an den Bergwänden widerhallten. Aber jetzt senkte sich Quinns Stimme zu einem durchdringenden Flüstern: „Es wird keine Freundschaft mehr geben für die Tiere. Wisst Ihr, was das bedeutet? Ihr wisst es, ihr habt es alle erlebt. Ihr alle habt mindestens ein Leben gehabt, das nur in Kummer und Qual mündete. Erinnert Ihr Euch?“
Natürlich erinnerten sich die Tiere. Sie erschauderten bei ihren Gedanken an Hunger, an Schmerzen, Angst, enge Ställe, Gefangenschaft, Kälte und Gewalt. Die Haflinger wendeten ihre stolzen Köpfe ab und gedachten des Tages an dem sie von Menschen, denen sie vertraut hatten, mitten aus ihrer mütterlichen Herde heraus gefangen und ermordet worden waren. Viele Hunde zuckten unwillkürlich zusammen und Katzen kniffen die Augen zu. Alle Tiere wussten noch genau, was ihnen widerfahren war.
„So wird es dann auf der Erde sein“, flüsterte Quinn. Und sein Flüstern drang bis in die hintersten Winkel des Tales.
„Du machst ihnen Angst“, sagte Figo leise. Aber er wusste, dass das genau Quinns Absicht war und er wusste, dass die Angst berechtigt war.
„Verzeiht, Freunde“, sprach Quinn nun in milderem Ton weiter, „verzeiht, dass ich euch mit diesen Erinnerungen quäle. Aber ihr wisst, dass diese Erinnerungen der Grund sind, warum ihr Saphire werden wolltet. Ihr wisst, dass diese Erinnerungen jetzt, in diesem Moment auf der Erde für abertausende von uns Realität ist. Es ist unsere Aufgabe, andere Tiere davor zu bewahren, solche Erinnerungen an ihr Erdenleben zu bekommen.
Aber die Erde ist ein grausamer Ort geworden. Die Menschen haben ihre Freundschaft zu uns Tieren verraten oder vergessen. Nur noch wenige erinnern sich an unseren alten Pakt. Und nur ganz wenige kämpfen dafür. Die Saphire haben sich zurückgezogen. Und das ist nur zu verständlich. Die meisten Tiere, die hier in der Welle ankommen, möchten nie wieder zurück auf die Erde. Es ist ihr gutes Recht, hier in der Welle zu bleiben. Aber wer nicht zurückgeht, der findet auch kein Erdenleben, das wirklich schön ist. Und nur wer die Freundschaft der Menschen erlebt hat, kann überhaupt einmal ein richtig guter Saphir werden.
Es gibt immer mehr Tiere, die sterben auf der Erde, noch bevor sie überhaupt erwachsen werden. Schaut hier, mein Freund Mose“, Quinn schob mit seiner mächtigen Pfote den winzigen Mose nach vorne auf den Felsvorsprung, damit alle Tiere ihn sehen konnten. „Mose wurde seiner Mutter weggenommen, als er noch ihre Milch trank und dann in eine Mülltonne geworfen.“ Mose war es furchtbar peinlich, sich so den Blicken der anderen ausgesetzt zu sehen. Er versuchte immerzu sich abzuwenden, aber Quinn schubste ihn dauernd wieder nach vorne. „Tierkinder, die ein so kurzes Leben und ein so scheußliches Ende hatten, trauen sich nie wieder auf die Erde zurück“, dröhnte Quinn, „sie können also auch nie Saphire werden. Und es werden immer mehr!“ An dieser Stelle wurden besonders die Saphire in Gestalt von Rindern, Schweinen und Hühnern unruhig und fühlten sich offenbar sehr unwohl.
„Wir sterben aus“, sagte Quinn und schaute den nächststehenden Tieren nacheinander in die Augen. „Früher wurden Saphire in der Welle gefeiert und beglückwünscht. Inzwischen hält man es eher für Torheit, sich freiwillig mit dem Leben auf der Erde zu befassen.
Aber bedenkt, Freunde, dass unsere Brüder und Schwestern auf der Erde uns brauchen. Wir müssen etwas tun. Wir müssen dafür sorgen, dass sich auf der Erde etwas ändert.
Meine beiden Freunde Mose und Figo hier und ich, wir haben beschlossen, dass wir etwas unternehmen. Wir haben, wie ihr, zu viel Elend auf der Erde gesehen und wir wollen einfach nicht wegsehen. Es muss etwas geschehen. Wir müssen etwas ändern.
Und dafür haben wir diesen Rat einberufen.“
Da stand Quinn auf dem Felsen und wirkte selbst fast wie ein Fels, so kraftvoll und entschlossen und unverrückbar. Er schaute mit herausforderndem Blick über die Menge der Tiere, die nun begannen, aufgeregt miteinander zu sprechen. Das Tal war erfüllt von Gemurmel. Gespannt beobachteten die drei Gefährten die Unruhe der anderen Tiere. „Sie haben angebissen“, sagte Quinn und stampfte mit den Hinterläufen. „Verdammt, sie haben angebissen! Jetzt kommst du Figo!“
Ein langer Hund mit kurzen Beinen trat aus der vordersten Reihe der Zuhörer: „Was können wir denn ändern?“ fragte er laut. „Habt ihr eine Idee?“
Figo trat etwas schüchtern an den Rand des Felsvorsprungs. „Ja, wir haben eine Idee“, fing er vorsichtig an und die Tiere unterbrachen ihre Gespräche um ihm zuzuhören. „Wir haben überlegt, dass wir es irgendwie anders versuchen müssen als bisher. Denn die alte Strategie mit den Saphiren auf der Erde ist nicht mehr stark genug. Wir brauchen Vertreter auf der Erde, die mehr Macht haben als ein Saphir.“
Ein Raunen ging durch die Menge. Mehr Macht als ein Saphir? Wer oder was könnte mehr Macht als ein Saphir haben? Saphire konnten Schicksale lenken, Menschen und Tiere zusammenführen und dort wo es nötig war, auch den Weg in die Welle ebnen. Saphire waren die mächtigsten Tiere, die es gab.
Figo trat unruhig von einer Pfote auf die anderen. „Wir brauchen“, setzte er mit lauter Stimme an, doch die Menge ließ sich nur schwer beruhigen. „Wir brauchen Verbündete unter den Menschen!“
So, jetzt war es heraus. Mose, Quinn und Figo hielten die Luft an. Quinns ganze Vorrede hatte nur dem Zweck gedient, dieser tollkühnen Idee den Weg zu bereiten.
Die Tiere glotzten die drei Freunde unsagbar verständnislos an. „Wie jetzt?“ fragte schließlich eine dicke kleine Henne, die noch nie so richtig ihren Schnabel halten konnte. Ihre Frage schien der Startschuss zu den tumultartigen Argumentationen zu sein, die jetzt folgten. Verbündete unter den Menschen? Unter DEN Menschen? Und wie sollte das gehen? Mit Menschen konnte man nicht reden, geschweige denn, sie verstehen. Menschen konnte man auch nicht einfach so vertrauen. Sie gaben einem Futter und im nächsten Moment drehten sie einem den Hals um. Was für Menschen sollten das sein, die man zu Verbündeten machen konnte?
Und diese Frage blieb schließlich stehen und bildete sich heraus, bis endlich eins der Tiere – eine etwas naseweise Zwergziege – sie laut stellte: „Und was für Menschen sollen das sein?“ Herausforderndes Schweigen machte sich im Tal breit. Figos Herz klopfe, als er fortfuhr.
„Es müssten Menschen sein, die Tiere wirklich gern haben. Menschen, die bereit sind, mitzufühlen und die mutig und beherzt sind. Menschen, die Zeit haben und Energie. Menschen die noch lachen und die weinen können. Und Menschen, die wissen, wie es ist, in Abhängigkeit zu leben und nicht selbst entscheiden zu dürfen. Menschen, die uns deshalb sehr nah sind und uns verstehen. Menschen, die lern- und wissbegierig sind. Welche mit tollen Ideen und Phantasie.“
Figo machte eine Pause und schaute in die Menge. „Und was sollen das für Menschen sein?“ fragte eine langhaarige Katze. „Solche Menschen gibt es nicht“, rief ein getupfter Jagdhund.
„Doch“, sagte Figo und holte nocheinmal tief Luft bevor er weiter sprach. „Es gibt solche Menschen:
Kinder!“
Die Menge starrte ihn an wie vom Donner gerührt. Mose war so aufgeregt, dass er immerzu um Quinn herum tippelte. Figo schaute sich nach seinen Gefährten um, ob er es richtig gemacht hatte. Die Tiere im Tal vergaßen ihre offen stehenden Mäuler und Schnäbel. Ihre Gedanken arbeiteten auf Hochtouren. Kinder! Natürlich. Wer sonst, als Kinder?
Und dann brach unvermittelt ein großer Lärm im Tal los. Alle Tiere schienen gleichzeitig anzufangen zu reden. Sie überlegten, wendeten die Idee der drei Freunde hin und her. Fügten eigene Ideen hinzu und phantasierten, wie die Umsetzung ihres Planes aussehen könnte.
Viele Stunden sprachen sie miteinander und sie wären keine Saphire gewesen, wenn sie nicht gespürt hätten, wie sich nach und nach ein gemeinschaftlicher Wunsch und Wille bildete. Schließlich fand sich als Sprecher der Gemeinschaft ein großer Falke, der zu dem Felsvorsprung flog auf dem die drei Freunde warteten.
„Erzählt“, forderte er die drei Gefährten auf, „wie wollt Ihr Euren Plan umsetzen?“
Und Quinn, Figo und Mose breiteten ihre Ideen vor den Tieren aus: „Wir müssen uns Kinder überall auf der Erde suchen, in jedem Land, so viele wir können. Jeder freie Saphir soll sich so ein Kind suchen. Das Kind muss Tiere lieben und es muss alt genug zum Denken und jung genug zum Träumen sein.“
„Woher wissen wir, welche Kinder für unseren Plan geeignet sind?“ fragte ein Kaninchen.
„Die Kinder müssen Tiere lieben und sich in irgendeiner Weise für Tiere einsetzen“, antwortete Mose.
„Und wie bringen wir die Kinder dazu, sich für unseren Plan einzusetzen?“, fragte ein kleiner grüner Vogel.
„Die Kinder müssen erleben, was Unrecht ist“, sagte Figo vorsichtig.
„Du meinst“, sagte ein schlaues Pony, „das Kind muss etwas erleben, was ihm weh tut.“
„Das ist der wunde Punkt an der ganzen Sache“, gab Mose traurig zu. „Ein Gefühl für Unrecht, bekommt ein Menschenkind ja nur, wenn es Unrecht erlebt.“
„Wir finden, dass wir das den Menschenkindern zumuten können“, sagte Quinn bedächtig, „und wir glauben, dass so ein Menschenkind auch freiwillig dazu bereit wäre, wenn wir es fragen könnten.“
„Außerdem können wir das Geschehen ja von hier aus als Saphire steuern und kein Menschenkind soll mehr Kummer haben, als es tragen kann“, fügte Figo hinzu.
„Macht Euch darüber keine Gedanken“, sagte der graue Esel, „den Kindern der Welt geschieht auch ohne unser Zutun genug Unrecht. Wir könnten diesen Kindern mit Eurem Plan auch eine Chance geben, aus ihren Erlebnissen Kraft zu ziehen.“
„Kinder können viel mehr, als ihr glaubt“, stimmte Mose dem Esel herzlich zu. „Kinder sind viel eher dazu bereit, hin zu schauen, wenn ein Unrecht geschieht. Kinder sind vielleicht die einzigen Menschen, die überhaupt so großartig sind, dass sie unseren Auftrag erfüllen können.“
Die Saphire spürten, wie sie von der Idee der drei Freunde immer überzeugter wurden. Spannung und Erregung machten sich breit. Jeder einzelne von ihnen hatte gespürt, dass sein Bemühen immer mehr zu einem Tropfen auf dem heißen Stein wurde. Jetzt sahen sie eine Chance, etwas Großes zu bewegen und sie wollten es versuchen. Das Tal war entflammt von dem Plan.
„Wir wollen ihnen etwas mit auf den Weg geben, dass ihnen Kraft gibt und womit sie zu passender Zeit Verbündete finden“, sagte Quinn. „Wir geben Ihnen ein Zeichen mit, an dem sie sich erkennen können.“
Und so beschlossen die Saphire der Welle, einen letzten verzweifelten Versuch zu starten, die Tiere der Erde zu retten und die Freundschaft zwischen den Menschen und den Tieren zu heilen.
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