2. Teil: Freundschaft ist keine Frage der Zeit
- 1: 1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach.
- 2: 2. Teil: Freundschaft ist keine Frage der Zeit.
- 2.1: Prolog.
- 2.2: 1 - Novembernacht.
- 2.3: 2 - Maja.
- 2.4: 3 - Ojo.
- 2.5: 4 - Saphir.
- 2.6: 5 - Rex.
- 2.7: 6 - Nacht.
- 2.8: 7 - Eingeschneit.
- 2.9: 8 - Dina und Fratz .
- 2.10: 9 - Gefangen.
- 2.11: 10 - Schwere Herzen .
- 2.12: 11 - Misstrauen.
- 2.13: 12 - Porto.
- 2.14: 13 - Freundschaftsdienst.
- 2.15: 14 - Eine Insel im blauen Meer.
- 2.16: 15 - Gespräch durch die Tür.
- 2.17: 16 - Annäherungen.
- 2.18: 17 - Die Suche.
- 2.19: 18 - Ein langes Gespräch.
- 2.20: 19 - Wanderer.
- 2.21: 20 - Freundschaften.
- 2.22: 21 - Spannungen.
- 2.23: 22 - Spiele.
- 2.24: 23 - Tiere und Menschen.
- 2.25: 24 - Träume werden wahr.
- 2.26: Epilog.
- 3: 3. Teil: Die Saphire.
Wanderer
„Ein Saphir ist ein Wanderer zwischen den Welten”, antwortete der Schattenhund. „Wer schon viele Leben auf der Erde verbracht hat, der darf als Saphir zurückkehren.
Wir werden Saphire genannt, weil wir ein Stück des Himmels in uns tragen und trotzdem auf der Erde wandeln.”
„Und was tut ihr auf der Erde?”, fragte Sherry.
„Wir heilen die Freundschaft zwischen Tieren und Menschen”, antwortete der Saphir.
Sherry seufzte: „Das ist eine große Aufgabe”.
„Ich möchte”, setzte Sherry nach langem Schweigen an, „dass du Figo sagst, dass ich immer seine Freundin war und bin, dass ich ihn nie vergessen, ihn immer in meinem Herzen getragen habe.”
„Das werde ich ihm sagen”, antwortete er leise. Er wollte Sherry nicht unterbrechen, denn er glaubte, dass sie noch viel mehr zu sagen hatte.
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Ojo saß im Holzschuppen und dachte nach. Er hatte sich auf die Strategie verlegt, jeden Tag mehrere Stunden bei Rex im Schuppen zu sitzen, einfach um den Hund an die Nähe eines Menschen zu gewöhnen und ihm zu zeigen, dass er nicht gefährlich war.
Rex seinerseits akzeptierte seine Nähe nicht nur, sondern schien sogar jedes Mal auf ihn zu warten. Inzwischen wedelte
der Schäfer sogar, wenn Ojo herein kam. Selig an seinem Futter kauend lag der Hund dann auf dem Boden, während Ojo die Hütte säuberte und sich danach auf den Boden setzte. Manchmal sprach er mit dem Hund, manchmal hing er nur seinen Gedanken nach, wie heute.
Er dachte an Porto und an die Zukunft. Mit Porto ging es nun sichtlich bergab. Der alte Hund schien irgendwie ergraut zu sein, sein Fell, seine Nase, seine Augen waren fahl geworden. Was Ojo aber am meisten das Herz zusammenschnürte war, dass Porto nicht nur krank war, sondern auch sehr unglücklich zu sein schien. Zwar nahm er Blickkontakt auf, ging zum Futternapf, wedelte und ließ sich kraulen – aber die Seele dieses Hundes war irgendwo anders, wo Ojo ihn nicht erreichen konnte.
„Was habe ich falsch gemacht?”, grübelte Ojo. „Es fing alles an, als ich die Katzen mitbrachte. Erst war er so überglücklich und dann ist er wie in so ein Loch gefallen. Vielleicht ist er eifersüchtig auf Rex?” Ojo bekam einen Schreck. Natürlich! Seit Rex den Schuppen bewohnte, war Porto so traurig und hatte gesundheitlich so stark abgebaut!
Viel eher als sonst verließ Ojo den Holzschuppen. Er musste dringend mit Dina sprechen.
Als er die Tür hinter sich schloss, sah er nicht, dass Rex von seinem halbgefressenen Futter aufschaute und ihm enttäuscht hinterher blickte.
Ojo rief Dina an und erzählte ihr von seinem Verdacht, dass Porto aus Kummer über den anderen Hund so krank geworden war. „Er muss doch geglaubt haben, ich hole mir einen anderen, weil er nicht mehr mitgehen kann in den Wald.”
Dina glaubte nicht daran. „Ojo, er hat einen Herzfehler und den hatte er schon sehr lange, bevor ich den Schäferhund überhaupt gefunden habe.” Ojo ließ sich nicht überzeugen. „Aber er war lange vorher mit seinem Herzfehler noch ein glücklicher Hund. Und seit dieser Rex hier ist, ist Porto ein unglücklicher Hund.”
„Und was willst du jetzt machen?”, fragte Dina.
„Rex muss hier weg”, sagte Ojo kategorisch.
Dina schwieg. Sie erkannte, dass Ojo dem Schmerz, Porto zu verlieren, nicht gewachsen war. Er brauchte irgendeinen Grund für Portos Zustand, so eine Art Schuldigen. Sie hatte Mitleid mit Ojo, aber mehr Mitleid hatte sie mit Rex, der scheinbar nirgends erwünscht war.
„Ich höre mich mal um, ob wir irgendwo eine Pflegestelle frei haben”, sagte sie bedrückt.
„Beeil dich bitte”, drängte Ojo, „er muss so schnell wie möglich weg.”
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Weit, weit weg verabschiedeten sich Sherry und der Saphir nach einem langen Gespräch. „Es war schön, dich kennen zu lernen, Sherry”, sagte der Saphir. Sherry freute sich. „Vergiss nicht, Figo alles zu erzählen, was ich dir gesagt habe”, bat sie ihn.
„Ich werde kein einziges Wort vergessen”, versprach der Saphir.
„Eins noch”, hielt Sherry ihn auf, „was muss ich tun, um auch ein Saphir zu werden?”.
„Nichts”, antwortete der Saphir freundlich, „du bist schon fast einer.”
Dann drehte er sich um und verschwand wie ein Schatten über den Wellen des Meeres.
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