Ein langes Gespräch

Sherry erzitterte als sie Figos Namen hörte. Nie hatte sie ihren Freund den Tonnenhund vergessen und sehr oft hatte sie ihn vermisst.

„Was ist mit Figo?”, fragte sie.

„Er wird bald in die Welle gehen”, antwortete der Saphir.

Sherrys Augen weiteten sich vor Traurigkeit.

„Und warum bist du zu mir gekommen?”, fragte Sherry.

„Figo war glücklich”, fing der Saphir zu erzählen an. Er beschrieb Sherry das Haus im Wald und Ojo und das Leben, das die beiden miteinander geführt hatten. Die vielen Spaziergänge und Abende vor dem Ofen oder auch draußen im Garten, wenn die Blumen dufteten und die Nächte warm waren.

Sherry hörte gebannt zu und sie freute sich, als sie hörte wie gut es Figo hatte.

„Als der Winter kam”, fuhr der Saphir fort, „spürte Figo, dass er krank war. Er blieb oft zu Hause vor dem Ofen liegen und genoss die Wärme und die Liebe seines Herrchens. Aber er wurde auch melancholisch. Er hatte viel Zeit zum Nachdenken – wie damals, als er an der Kette lag.”

Sherry konnte sich noch genau daran erinnern, wie Figo oben auf dem Hügel angekettet war. Sie war später noch einmal zu der Stelle hinauf gegangen. Ein anderer elender Hund hatte an der Kette gelegen, aber er hatte sie nur angebellt und wollte nichts mit ihr zu tun haben.

„Dann geschah etwas, was Figo aus der Fassung brachte”, erzählte der Saphir weiter. Er beschrieb Sherry, wie Maja mit ihren vier Kindern von Ojo gefunden wurde. Er erzählte, wie sehr Figo sich über die kleinen Kätzchen gefreut hatte, weil sie ihn so lebhaft an seine erste Begegnung mit ihr erinnerten. Sherry traten Tränen in die Augen.

„Seitdem hat er sich nicht mehr richtig erholt”, sagte der Saphir traurig. „Sein früheres Leben und sein Schicksal als Tonnenhund hat ihn jetzt zum Schluss doch noch einmal eingeholt. Er leidet, als würde er wieder an der Kette liegen. Er kann es nicht vergessen.”

Die Katze und der Schattenhund schwiegen eine Weile und beobachteten, wie sich die Sterne in den Wellen des Meeres spiegelten.

„Und warum bist du nun hergekommen?”, fragte Sherry, ohne den Blick vom Meer abzuwenden.

„Weißt du”, antwortete der Saphir, „er lässt nicht los.”

Sherry wartete erschüttert. Es klang, als würde der Saphir nach den richtigen Worten suchen.

„Ich will ihn so nicht in die Welle bringen”, sprach der Saphir weiter. „Ich möchte, dass er frei und gerne geht und nicht bitter und gewaltsam.”

„Und was kann ich dazu tun?” Sherry war ungeheuer traurig. Konnte das denn nie aufhören? Musste das Leiden die Tiere sogar bis in ihr liebendes Zuhause verfolgen?

„Sende ihm eine Botschaft”, sagte der Saphir. „Lass mich ihm etwas von dir überbringen.”

Sherry trippelte unruhig mit den Vorderpfoten.

„Ich muss nachdenken”, sagte sie.

„Denke nach”, antwortete der Saphir, „aber denke nicht zu lange nach.”

Sie schwiegen eine Weile.

„Darf ich dich etwas fragen?”, sagte Sherry schließlich.

„Natürlich”, antwortete der Saphir, „frage.”

„Warum tust du das alles?”

„Weil ich ein Saphir bin.”

„Aber was ist ein Saphir?”

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