2. Teil: Freundschaft ist keine Frage der Zeit
- 1: 1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach.
- 2: 2. Teil: Freundschaft ist keine Frage der Zeit.
- 2.1: Prolog.
- 2.2: 1 - Novembernacht.
- 2.3: 2 - Maja.
- 2.4: 3 - Ojo.
- 2.5: 4 - Saphir.
- 2.6: 5 - Rex.
- 2.7: 6 - Nacht.
- 2.8: 7 - Eingeschneit.
- 2.9: 8 - Dina und Fratz .
- 2.10: 9 - Gefangen.
- 2.11: 10 - Schwere Herzen .
- 2.12: 11 - Misstrauen.
- 2.13: 12 - Porto.
- 2.14: 13 - Freundschaftsdienst.
- 2.15: 14 - Eine Insel im blauen Meer.
- 2.16: 15 - Gespräch durch die Tür.
- 2.17: 16 - Annäherungen.
- 2.18: 17 - Die Suche.
- 2.19: 18 - Ein langes Gespräch.
- 2.20: 19 - Wanderer.
- 2.21: 20 - Freundschaften.
- 2.22: 21 - Spannungen.
- 2.23: 22 - Spiele.
- 2.24: 23 - Tiere und Menschen.
- 2.25: 24 - Träume werden wahr.
- 2.26: Epilog.
- 3: 3. Teil: Die Saphire.
Gespräch durch die Tür
Rex hörte die Stimme der Katze und war erstaunt. Noch nie hatte eine Katze mit ihm gesprochen. Die Katzen, die an seinem Zwinger vorbei gelaufen waren, hatten ihn gar nicht beachtet. Sie wussten genau, dass er da nicht raus konnte, auch wenn er noch so viel bellte. Er war schließlich für die Katzen gar nicht mehr da. Er war ein Nichts, Luft für sie gewesen. Er hasste Katzen!
Noch mehr hasste er Hunde. Hunde die am Hof vorbei spazierten und sich durch sein Bellen überhaupt nicht beeindrucken ließen. Viele bellten zurück, aber die meisten, die regelmäßig vorbei liefen, nahmen gar keine Notiz mehr von ihm. Auch für sie war er einfach Luft.
Und jetzt hockte da eine Katze draußen und sprach mit ihm! Das brachte Rex aus der Fassung. Er lief zur Tür und schnupperte.
Er konnte die Katze sogar riechen. Was sollte er denn jetzt machen?
„Ich hasse Katzen!”, sagte er nicht sehr überzeugend durch die geschlossene Tür.
„Ah ja”, antwortete Maja von draußen, „und was haben sie dir getan?”.
Rex wurde nervös. Jetzt verwickelte diese Katze ihn auch noch in ein Gespräch. Wie peinlich! „Katzen”, blaffte er zurück, „waren nie nett zu mir!”. Die Antwort fand Rex ganz gelungen. Erwartungsvoll baute er sich hinter der Tür auf. Darauf würde die Katze nur schwer eine gute Antwort finden.
„Warst du denn nett zu den Katzen?”, fragte Maja.
Mist! Was sollte er jetzt antworten? Rex lief einige Male im Schuppen auf und ab. Hätte er sich doch bloß nie auf dieses Gespräch eingelassen! Da fiel ihm eine gute Antwort ein: „Wie soll ich nett zu Katzen sein, wenn ich im Zwinger eingesperrt bin und sie draußen auf und ab stolzieren mit ihren hochgereckten Schwänzen?”
„Und hast du gebellt?”, fragte Maja.
Jetzt brauchte Rex gar nicht erst nachzudenken. „Ja sicher!”, warf er sich stolz in die Brust, „ich habe super gebellt und bin am Gitter hoch gestiegen!”.
„Und wie sollten dann die Katzen nett zu dir sein?”
Rex stellte die Ohren auf und legte den Kopf schief. Die Katze hatte Recht. So hatte er das noch gar nicht gesehen. So langsam gefiel ihm diese Katze. Neugierig kratzte er an der Tür. Er wollte gerne wissen, wie die Katze aussah. „Wie heißt du, Katze?”, fragte er.
„Ich heiße Maja!” Das Eis war schon mal gebrochen. Maja freute sich.
Rex wedelte. Ihm hatte lange nichts so viel Spaß gemacht, wie mit dieser Katze zu sprechen. Er wollte das Gespräch nicht abbrechen lassen und suchte angestrengt nach irgendetwas was er sagen könnte. Aufgeregt trippelte er von einem Vorderlauf auf den anderen.
„Maja, wohnst du hier?” Wow, das war eine gute Frage.
„Ja”, antwortete die freundliche Katze, „aber ich bin auch erst vor Kurzem hier angekommen.”
Rex kratzte jetzt heftig an der Tür. Zu gern hätte er die Katze auch gesehen.
„Meinst du, die lassen mich irgendwann hier raus?”, fragte er.
Maja überlegte einen Augenblick. Sie hatte nicht die geringste Ahnung, wann Menschen Hunde aus Schuppen heraus ließen. Aber sie hatte eine Idee: „Vielleicht lässt der Mann dich hinaus, wenn du nett zu ihm bist.”
Rex setzte sich abrupt hin. Was war das nun wieder? Er konnte die Katze unmöglich fragen, wie man zu Menschen nett ist. Nachdenklich kratzte er sich mit dem Hinterlauf am Ohr. „Ich äh”, Rex würgte ein bisschen, „ich werde es mir mal überlegen.”
Maja amüsierte sich im Stillen. Dieser Hund war irgendwie sehr sympathisch. Er hatte keine Ahnung, wie man sich mit Tieren und Menschen verständigt, aber er hatte eine nette und gutmütige Art.
„Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn du mal da raus kämest”, sagte sie.
Rex stand wieder auf und wedelte. Er schnüffelte sehnsüchtig unter der Tür durch. Wenn er doch nur bald hinaus könnte!
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