1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach
- 1: 1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach.
- 1.1: 1 - Liz.
- 1.2: 2 - Little Mose.
- 1.3: 3 - Big Quinn.
- 1.4: 4 - Hunger.
- 1.5: 5 - Erster Versuch.
- 1.6: 6 - Die Dose.
- 1.7: 7 - Die Rettung.
- 1.8: 8 - Sieben.
- 1.9: 9 - Sherry.
- 1.10: 10 - Unterwegs.
- 1.11: 11 - Figo.
- 1.12: 12 - Fieber.
- 1.13: 13 - Shelter.
- 1.14: 14 - Transport.
- 1.15: 15 - Abschied.
- 1.16: 16 - Spielgefährten.
- 1.17: 17 - Hilfe.
- 1.18: 18 - Regen.
- 1.19: 19 - Zurück.
- 1.20: 20 - Krank.
- 1.21: 21 - Besonders.
- 1.22: 22 - Morgen.
- 1.23: 23 - Bonny.
- 1.24: 24 - Der Stein.
- 2: 2. Teil: Freundschaft ist keine Frage der Zeit.
- 3: 3. Teil: Die Saphire.
Sherry
Unter einem trockenen Busch in einer gemütlichen Bodenkuhle lag Sherry und schlief. Sie war eine kleine gestromte Katze mit weißen Stiefelchen und einem weißen Bauch. Sherry hatte den Löwenanteil von dem Futter in der Mülltüte abbekommen und war fast schon so etwas wie satt und dementsprechend müde.
Als der Abend dämmerte, wachte sie auf und räkelte sich wohlig. Ihr Magen knurrte schon wieder. Seit ihre Mutter weg war, war es eine rechte Plage mit dem Fressen. Die anderen Geschwister waren schon ganz dünn und schwach geworden. Sherry hatte Glück gehabt und als erste das fette Stück Wurst in der Tüte gefunden. Sie war sowieso größer und stärker als ihre Geschwister gewesen, denn sie hatte die gut gefüllte hintere Zitze bei ihrer Mutter abbekommen. Jedes Katzenkind hat seine eigene angestammte Zitze und wer die hinteren erwischte bekam mehr. So war das in der Katzenwelt.
Sherry stand auf, machte einen schon ganz ansehnlichen Buckel für so ein kleines Katzenkind und beschloss, nach ihren Geschwistern zu sehen. Immer wenn sie aufwachte, hatte sie ein bisschen Furcht, dass schon eins von den halbverhungerten Kätzchen gestorben sei. Sie wanderte langsam zu ihrem Stammplatz in der Böschung. Kein Laut war hörbar. Schliefen sie alle noch? Sherry wurde ein bisschen mulmig. Irgendwas stimmte doch hier nicht. Dann bekam sie einen heißen Schreck. Der Platz war leer! Sie schaute sich um, suchte, guckte unter jeden Busch, hinter jeden großen Stein - nichts.
Dann wagte es Sherry, die Böschung hinauf zu krabbeln und auf den glatten Weg zu schauen. Auch dort war nichts. Aber auf dem Boden am Straßenrand waren Kleckse von dem leckersten Futter, das Sherry je in ihrem kleinen Leben gerochen hatte (mal abgesehen von Liz` Milch, die natürlich durch keinen Wohlgeschmack der Welt zu übertreffen war!). Sherry leckte die köstlichen Reste vom Boden auf. Aber sie konnte sich keinen Reim auf das Verschwinden ihrer Geschwister machen...
Sie stieg die Böschung wieder hinab und saß lange, lange in der leeren Kuhle. Was sollte sie nun anfangen? Erst war ihre Mutter verschwunden und jetzt auch noch ihre Geschwister. Sherry war immer ein stolzes Katzenkind gewesen. Sie hatte die beste Zitze gehabt, sie hatte immer als erste das beste Futter gefunden und gedacht, sie wäre groß und stark.
Jetzt, hier so ganz allein fühlte sie sich gar nicht mehr stark sondern einsam und verlassen. Die Nacht kam und es wurde kalt. An wen sollte sie sich jetzt kuscheln um sich aufzuwärmen? Und was sollte sie jetzt tun? Einfach hier sitzen und warten, ob Liz und die anderen wiederkehren? Sherrys Herz sagte ihr, dass niemand wiederkehren würde. Verzagt rollte sie sich ganz eng zusammen und legte ihr Schwänzchen um sich herum um etwas Wärme zu haben.
Sie fühlte sich sehr einsam....
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