1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach
- 1: 1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach.
- 1.1: 1 - Liz.
- 1.2: 2 - Little Mose.
- 1.3: 3 - Big Quinn.
- 1.4: 4 - Hunger.
- 1.5: 5 - Erster Versuch.
- 1.6: 6 - Die Dose.
- 1.7: 7 - Die Rettung.
- 1.8: 8 - Sieben.
- 1.9: 9 - Sherry.
- 1.10: 10 - Unterwegs.
- 1.11: 11 - Figo.
- 1.12: 12 - Fieber.
- 1.13: 13 - Shelter.
- 1.14: 14 - Transport.
- 1.15: 15 - Abschied.
- 1.16: 16 - Spielgefährten.
- 1.17: 17 - Hilfe.
- 1.18: 18 - Regen.
- 1.19: 19 - Zurück.
- 1.20: 20 - Krank.
- 1.21: 21 - Besonders.
- 1.22: 22 - Morgen.
- 1.23: 23 - Bonny.
- 1.24: 24 - Der Stein.
- 2: 2. Teil: Freundschaft ist keine Frage der Zeit.
- 3: 3. Teil: Die Saphire.
Die Rettung!
Und so hatte ich die Ehre, per Flugzeug nach Kreta zu reisen, während unter uns meine Kollegen zusammen mit über 22 Tonnen Futter den mühsamen Landweg entlangfahren mussten.
In aller Frühe sah ich sie auf meiner altbekannten Insel wieder, zwar noch verschlossen im Bauch des LKW, aber glücklich am Hafen von Chania. Mein Tierschützer führte sie bis fast vor das Tierheim, denn hier hieß es für einen großen Teil meiner Kumpels aussteigen. Ein bisschen Mitleid hatte ich schon mit den Arbeitern des Tierheimes, denn hier war Handarbeit gefordert.
Ich steckte immer noch in der Tasche des Tierfreundes, der seine Jacke an einen Zaunpfahl gehängt hatte und mir so einen schönen Überblick ermöglichte. Stunden vergingen ehe es weiter ging. Jetzt hieß es, den LKW an sieben weiteren Stellen immer weiter auszuladen, um allen Tieren an diesen Stationen einen vollen Bauch zu garantieren.
Wie herrlich, diese Aktion miterleben zu dürfen. Es war genau das, wovon ich als altes Stück verrostetes Blech immer geträumt hatte! Das Mauzen und das Bellen aus all diesen Stationen trug das - natürlich nur für Blechdosen hörbare - „vielen, vielen herzlichen Dank“ in jeder einzelnen Stimme!
Auch meine Zeit rückte näher, als nämlich der LKW Fahrer zu einer Vollbremsung gezwungen wurde. Ein kleines Kätzchen hatte sich unvorsichtiger Weise auf die Hauptstraße begeben und maunzte nach seiner Mama. Der Tierschützer war schon längst aus dem Auto gesprungen, was für die Kleine im ersten Moment aber die Flucht bedeutete. „Hol mal aus meiner Jacke die Dose Katzenfutter“ rief der Tierschützer dem Fahrer zu.
Mein nicht vorhandenes Herz stockte. Jetzt war ich dran. ICH! Der Notfall! Ich werde es nie vergessen, wie sich mein Deckel öffnete, die Finger des Tierschützers den Inhalt heraus pulten und dem kleinen Kätzchen wohlduftend unter die Nase hielten. Von einer Katzenmama keine Spur - außer dem Fleck auf der Straße.
Und da krabbelte noch ein Katzenkind dünn und schwach aus dem Straßengraben und noch eins. Eine ganze Katzenkinderschar tapste, von dem leckeren Duft angezogen auf die Straße und alle kleinen, hungrigen Mäulchen senkten sich in den Futterbrei.
Schmatzend, schnurrend und gierig schluckend, labten sich sieben kleine Kätzchen an meinem Inhalt.
Ich hatte ausgedient. Von dem Mülleimer aus konnte ich gerade noch sehen, wie sich die kleinen Kätzchen satt fraßen und dann in einen Korb mit einer weichen Decke gelegt wurden, wo sie sich wohlig aneinander kuschelten. Die netten Menschen nahmen die Kätzchen mit und das Auto fuhr
weiter.
Meine Mission war zu Ende und ich war die glücklichste Dose auf der ganzen Welt!
-
-