1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach
- 1: 1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach.
- 1.1: 1 - Liz.
- 1.2: 2 - Little Mose.
- 1.3: 3 - Big Quinn.
- 1.4: 4 - Hunger.
- 1.5: 5 - Erster Versuch.
- 1.6: 6 - Die Dose.
- 1.7: 7 - Die Rettung.
- 1.8: 8 - Sieben.
- 1.9: 9 - Sherry.
- 1.10: 10 - Unterwegs.
- 1.11: 11 - Figo.
- 1.12: 12 - Fieber.
- 1.13: 13 - Shelter.
- 1.14: 14 - Transport.
- 1.15: 15 - Abschied.
- 1.16: 16 - Spielgefährten.
- 1.17: 17 - Hilfe.
- 1.18: 18 - Regen.
- 1.19: 19 - Zurück.
- 1.20: 20 - Krank.
- 1.21: 21 - Besonders.
- 1.22: 22 - Morgen.
- 1.23: 23 - Bonny.
- 1.24: 24 - Der Stein.
- 2: 2. Teil: Freundschaft ist keine Frage der Zeit.
- 3: 3. Teil: Die Saphire.
3 - Big Quinn
In der Welle gab es keine Entfernungen wie Liz sie von der anderen Welt kannte. Von einem Ort zum anderen zu gelangen bedeutete nicht, sich von A nach B zu bewegen, sondern seinen Zustand zu verändern.
Als Liz die Augen geschlossen hatte, erklärte Mose es ihr: „Bleib einfach bei mir, ich führe dich. Es ist nicht weit, wir sind gleich da.“ Liz war neugierig. „Wie weit ist es?“ Sie wollte wissen, wie das in der Welle mit Entfernungen funktionierte. „Hier in der Welle befindest du dich in einem Zustand und an einem Ort, der dir entspricht. Eigentlich ist es ganz einfach. Ich habe mich zum Beispiel immer an kleinen überschaubaren Orten mit weichem Boden, Nischen und Verstecken wohl gefühlt und genauso lebe ich hier. Ich habe überall gepolsterte Ecken von denen aus ich alles sehen kann. Es ist traumhaft gemütlich“.
„Und wie funktioniert das Reisen?“. Sie hatte die Augen immer noch geschlossen. Die Stimme von Mose klang irgendwie entrückt. „Du veränderst einfach deinen Zustand. Am Anfang ist das sehr ungewohnt und gerade bei solchen Chao… äh … Typen wie Quinn braucht das eine echte Gewöhnung, aber wenn du es einmal drauf hast, dann geht es ganz schnell und ist sehr spannend.“
Liz überkam ein Gefühl der Verzweiflung. Alles war neu, anders und ganz seltsam. Wie sollte sie bloß jemals ihren Kindern helfen können, wenn sie noch nicht mal kapierte, wie man hier von einem Ort zum anderen kam? Zustand verändern, so ein Quatsch, wie soll das denn gehen. Liz musste laut seufzen und sie wurde immer verzweifelter.
„Mach die Augen auf, wir sind da.“.
Liz machte überrascht die Augen auf und sie überkam ein ganz komisches Gefühl. Es war nicht unangenehm. Sie hatte das überwältigende Bedürfnis, einfach loszurennen und über die weite Ebene zu toben, die sich vor ihr erstreckte. Dann wurde ihr ganz warm. Sie fühlte sich groß und schwer und doch ausgelassen und albern. Oje, das verunsicherte sie noch mehr. Mose raunte ihr zu: "Denk dir nichts bei dem Gefühl, das ist er! Es ist der Ort, der ihm entspricht!“
Aber sie hatte immer noch eine Träne im Augenwinkel. Ihre Babys, das war ihre ganze Sorge.
„Was will denn die Heulsuse hier?“
Was für eine beeindruckende Stimme! Auch die Umgebung war sehr seltsam. Es sah eigentlich nicht anders aus, als vorhin aber so langsam schälte sich eine Kontur aus dem Nebelbrei und wurde immer deutlicher. Vor sich sah sie eine große Fläche, ach nein, das war völlig untertrieben! Es war eine Riesenfläche. So eine gigantische Ebene hatte sie vorher noch nie gesehen! Und nicht weit vor ihr stand ein riesiger, gestreifter, nicht ganz so lupenrein weißer Hund. Das Imposante war aber weniger seine Größe sondern mehr seine Proportionen. Sein riesiger Kopf und die riesige Pranken machten Liz schon fast Angst!
Mose hüpfte langsam auf das Hundemonster zu und begrüßte den Riesen mit einem Schwanzwedeln. „Na Großer, alles klar?“
„Bis eben ja. Was will die Mieze denn hier? Ich bin gerade am Aufräumen.“
Aufräumen? Das, was Liz sah, war das totale Chaos. Überall auf der riesigen Fläche lagen Brocken von gesteinsartigen Gegenständen, Stücke von irgendwas, das aussah wie abgerissene Äste und tiefe Krater verschafften einem den Eindruck, hier hätten Menschenmaschinen gewütet.
„Die Katze heißt Liz, sie ist neu hier und sie ist ganz verzweifelt.“
„Ja, verzweifelt bin ich auch. Ich suche seit gestern meinen Lieblingsstein. Habe schon alles auf links gebuddelt, aber meinst du, ich finde ihn?“. Quinn fuhr mit seiner Suche fort und fing an, emsig in einem Loch zu graben. Nur seine Schwanzspitze guckte noch aus dem Krater und Liz hörte ihn grunzen und buddeln.
„Quinn warte, ich habe gedacht, du kannst vielleicht helfen? Du hast doch schon mal geholfen.“
„Ja, kann mich noch gut erinnern… So einen Stress hatte ich lange nicht! Hör zu, du kleines Frühstück, hier ist die Welle und nicht die Wohlfahrt. Hilf mir lieber, den Stein zu suchen!“
Mose rückte näher an Liz ran, die ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte.
„Er meint es nicht so. Tief innen drin ist er ein ganz Weicher und wenn dir einer helfen kann, dann er.“
Als ob er es gehört hätte, kam Quinn mit einem Riesensatz aus dem Krater gesprungen und stellte sich direkt vor sie. „Weißt du, was ich überhaupt nicht ertragen kann, Mieze?“ brummte er Liz an. Liz duckte sich. „Tränen!“ bellte Quinn.
Er schmiss sich regelrecht hin, legte seinen riesigen Schädel auf seine Pfoten, schaute Liz mit einem mitleidigen Blick direkt in die Augen und fragte: „Wo ist denn das Problem?“.
Liz schluchzte: „Meine Babys, acht Babys. Sie verhungern, wenn ihnen keiner hilft!“
„Oh nein, auch noch Babys…“ grunzte Quinn „das gibt wieder nur Ärger!“
„Wo sind sie denn jetzt?“ fragte er.
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