1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach
- 1: 1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach.
- 1.1: 1 - Liz.
- 1.2: 2 - Little Mose.
- 1.3: 3 - Big Quinn.
- 1.4: 4 - Hunger.
- 1.5: 5 - Erster Versuch.
- 1.6: 6 - Die Dose.
- 1.7: 7 - Die Rettung.
- 1.8: 8 - Sieben.
- 1.9: 9 - Sherry.
- 1.10: 10 - Unterwegs.
- 1.11: 11 - Figo.
- 1.12: 12 - Fieber.
- 1.13: 13 - Shelter.
- 1.14: 14 - Transport.
- 1.15: 15 - Abschied.
- 1.16: 16 - Spielgefährten.
- 1.17: 17 - Hilfe.
- 1.18: 18 - Regen.
- 1.19: 19 - Zurück.
- 1.20: 20 - Krank.
- 1.21: 21 - Besonders.
- 1.22: 22 - Morgen.
- 1.23: 23 - Bonny.
- 1.24: 24 - Der Stein.
- 2: 2. Teil: Freundschaft ist keine Frage der Zeit.
- 3: 3. Teil: Die Saphire.
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Sherry lief den beiden Menschen so schnell sie konnte voraus. Mit steil erhobenem Schwanz und indem sie sich immer wieder zu ihnen umwandte, schaffte sie es, den Zweibeinern zu signalisieren, dass sie ihr folgen sollten. Es war sehr anstrengend und Sherry fühlte sich schon ganz müde, noch bevor sie die Weggabelung erreicht hatte.
„Die Kleine ist ganz schön fertig“, sagte der Mann, „schau, wie sie manchmal taumelt“.
„Das ist alles viel zu viel für sie“, nickte die Frau besorgt, „sie hätte eigentlich erstmal zu Kräften kommen müssen“.
„Na, wer weiß, wohin sie uns führen will“, antwortete der Mann, „vielleicht hat sie einen Wurf irgendwo“.
„Dazu ist sie viel zu klein. Ich glaube, sie hat sogar noch Milchzähnchen.“
„Das dürfen wir wieder keinem erzählen“, sagte der Mann kopfschüttelnd, „dass wir hier einem zugelaufenen Katzenkind hinterher gehen, weil wir glauben, dass es uns irgendwo hin führen will“.
Schweigend gingen sie weiter dem Kätzchen hinterher, bis sie an eine Weggabelung kamen. Zielstrebig lief das kleine Tier in eine bestimmte Richtung. Aber seine Schritte wurden zusehends langsamer.
Endlich, die Weggabelung. Sherry dachte mit Entsetzen daran, wie lange sie gestern bis hierher gelaufen war. Es war noch so furchtbar weit. Ihr war schwindelig und heiß. 'Ich kann nicht mehr', dachte sie, 'ich schaffe das ganze Stück nicht mehr'. Sie musste stehen bleiben und Atem holen. Irgendetwas stimmte nicht mit ihr.
Quinn, Mose und Liz hielten es bald nicht mehr aus. Sie hatten keine Ahnung, was mit Sherry los war, wo sie war, ob sie an ein Ziel gelangt war. Alles was sie sehen konnten waren die fünf Welpen, die total verzagt und ängstlich zusammengedrängt in ihrer Erdkuhle hockten. Es war ihr dritter Tag ohne Futter. Und keine Spur von Sherry.
„Hallo!“ ertönte es plötzlich hinter ihnen. Alle drei drehten sich abrupt um. Dort stand eine Hündin und schaute sie nervös an. „Könnt ihr meine Welpen sehen?“ fragte sie bittend. „Deine Welpen?“ Mose war sehr aufgeregt. „Hast du fünf Welpen, von denen einer weiß ist und die an einem Abhang an der Straße liegen?“
„Ja“, antwortete die Hündin, „bitte, könnt ihr mir sagen, wie es ihnen geht?“. Voller Mitgefühl schaute Liz die Hündin an. „Bist du auch überfahren worden?“ fragte sie freundlich. „Nein“, antwortete die Hündin, „ich habe etwas gefressen, woran ich gestorben bin“.
Plötzlich mischte sich Quinn in das Gespräch. „Hey hör mal, wir sagen dir wie es deinen Welpen geht, und du…“ er machte eine bedeutungsvolle Pause, „…du sagst uns, was unsere kleine Sherry macht“. Liz und Mose jubelten auf. Daran hatten sie ja noch gar nicht gedacht. Die Hündin schaute die drei so unterschiedlichen Tiere verständnislos an. Diese Welle war wirklich ein sehr merkwürdiger Ort.
„Sie kann nicht mehr“, sagte der Mann und blieb stehen.
„Und was jetzt?“ fragte die Frau.
Der Mann ging zu der kleinen Katze und nahm sie sehr vorsichtig hoch. Sie wehrte sich nicht, aber sie schaute ihn mit großen Augen an.
„Keine Angst, Kind“, sagte der Mann, „wir finden schon irgendwie hin.“ Dann ging er weiter die Straße entlang.
Sherry fand es sehr seltsam, getragen zu werden. Ihr wurde noch schwindeliger, aber es tat gut, nicht mehr laufen zu müssen. Und in dieser riesigen Menschenpfote zu liegen war nicht wirklich unangenehm.
Jetzt, wo die Zweibeiner ihr nicht mehr folgen mussten, gingen sie viel schneller. Sherry wunderte sich. Wie konnten sie so schnell und unvorsichtig gehen? Sie suchten nie Deckung und sahen sich auch nie um.
Der Straßenrand zog an ihr vorbei und nach einer Weile sah Sherry schon die Büsche und Bäume. Bald würden sie da sein. Bald.
Das Kätzchen in der Hand des Mannes fing auf einmal an, heftig zu zappeln. Fast wäre sie ihm heruntergefallen. „Lass sie runter“, sagte die Frau. Das Kätzchen lief, kaum dass es den Boden berührte, ins Unterholz. Unter dem ersten Busch blieb sie stehen und schaute sich um. Den Schwanz steil nach oben gestreckt.
„Komm, hier entlang“, sagte der Mann.
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