1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach
- 1: 1. Teil: Wünschen ist nicht immer einfach.
- 1.1: 1 - Liz.
- 1.2: 2 - Little Mose.
- 1.3: 3 - Big Quinn.
- 1.4: 4 - Hunger.
- 1.5: 5 - Erster Versuch.
- 1.6: 6 - Die Dose.
- 1.7: 7 - Die Rettung.
- 1.8: 8 - Sieben.
- 1.9: 9 - Sherry.
- 1.10: 10 - Unterwegs.
- 1.11: 11 - Figo.
- 1.12: 12 - Fieber.
- 1.13: 13 - Shelter.
- 1.14: 14 - Transport.
- 1.15: 15 - Abschied.
- 1.16: 16 - Spielgefährten.
- 1.17: 17 - Hilfe.
- 1.18: 18 - Regen.
- 1.19: 19 - Zurück.
- 1.20: 20 - Krank.
- 1.21: 21 - Besonders.
- 1.22: 22 - Morgen.
- 1.23: 23 - Bonny.
- 1.24: 24 - Der Stein.
- 2: 2. Teil: Freundschaft ist keine Frage der Zeit.
- 3: 3. Teil: Die Saphire.
Transport
Liz, Mose und Quinn lehnten sich seufzend zurück. „Na also“, brummte Quinn, „dann ist ja alles noch mal gut gegangen“.
„Ich hatte schon Angst, Sherry würde sich mit diesem Hund in ernsthafte Schwierigkeiten bringen“, seufzte Liz.
Ihr fielen die Augen zu und sie rollte sich in einer gemütlichen Kuhle zusammen. Liz schlief ihren ersten seligen Wellen-Schlaf.
Sherry hingegen hatte bald ausgeschlafen. Der Morgen dämmerte und sie erkundete nochmals das Gehege in dem sie so gemütlich die Nacht verbracht hatte. Der bunte Hund gegenüber war auch schon wach und hatte Lust, sich ein bisschen mit ihr zu unterhalten.
„Dein Freund hat großes Glück“, sagte er. „Der darf heute mit in das andere Land fahren.“
Sherry wurde weich in den Knien. „Was heißt das, anderes Land?“ fragte sie.
„Na, das ist ein Land weit weg über das Meer. Dort sind alle Tiere glücklich.“
„Und warum ausgerechnet Figo?“ Sherrys Stimme fing verdächtig an zu zittern.
„Sein Bein kann hier nicht geheilt werden, deshalb darf er mit. Wir anderen müssen schon ganz lange warten.“ Neidisch blickte er auf den verletzten Figo, der immer noch seinen Genesungsschlaf hielt.
„Meinst du, die nehmen mich auch mit?“ fragte Sherry voller Angst.
„Nein“, antwortete der bunte Hund, „Katzen nehmen die nie mit“.
Für Sherry brach die Welt zusammen. Das konnte nicht sein, das konnte einfach nicht sein, gerade war doch alles noch so gut gewesen! Sie wollte nicht wieder allein sein. Figo war ihr Freund, ihr Beschützer.
Sie lief unablässig im Gehege auf und ab. Irgendetwas musste sie tun. Sie würde auf keinen Fall alleine hier zurück bleiben.
Schon ging die Tür auf und zwei Menschen kamen ans Gitter. Sherry sprang mit einem Satz in Figos dickes Fell und krallte sich verzweifelt fest. Sie kamen herein und versuchten, sie von Figo herunter zu nehmen. Aber sie wehrte sich und zerkratzte ihnen die Hände. Sherry spuckte Gift und Galle, biss, trat und kratzte. Aber die Hände waren stärker und setzten sie auf dem Boden ab, während sie Figo hochhoben.
„Können wir die Kleine nicht bei ihm lassen?“ fragte die eine Frau.
„Die in der Klinik werden uns vollends für verrückt erklären, wenn wir eine unkastrierte Katze mitschicken und als Begründung angeben, sie wäre so eng mit dem Hund befreundet.“
„Mein Gott, es bricht mir echt das Herz!“ sagte die erste Frau.
Die kleine Katze versuchte, an ihrem Hosenbein heraufzuklettern, schaffte es aber nicht. Auf einmal rannte das Kätzchen los, aus der offenen Gehegetür durch den Raum und hinaus aus dem Haus.
„Mist, jetzt ist sie weg!“
„Ach, die kommt bestimmt draußen zur Futterstelle, da kriegen wir sie wieder.“
Damit betteten die Frauen Figo in eine besonders große, weich gepolsterte Box.
Sherry hockte atemlos unterhalb einer Mauer und beobachtete das große rote Auto. Die Menschen trugen eine Box nach der anderen hinein. Sie war wild entschlossen. Schon einmal war sie in ein Auto gesprungen um bei Figo zu sein. Das konnte sie und das würde sie jetzt wieder tun. Gut, dieses Auto war viel größer, aber das würde sie schon schaffen.
Da kamen sie mit einer großen Box und in der war Figo drin. Sherry machte sich sprungbereit. Kaum hatten die Menschen die Box verstaut und waren wieder im Haus verschwunden, nahm Sherry Anlauf.
Sie rannte, sprang dann hoch und rutschte mit den Vorderpfoten knirschend ab. Diese Menschendinge waren so glatt, dass man sich einfach nicht vernünftig festkrallen konnte. Sie wurde hektisch. Wenn die Menschen jetzt wiederkommen würden! Nochmal Anlauf. Ein Sprung und sie erreichte mit einer einzigen Kralle etwas Weiches. Ihr Hinterfuß fand in etwas Rundem, Dreckigem Halt und sie schob sich über die Kante schleifend ins Innere des Wagens. Dort blickte sie direkt in vier runde Kulleraugen-Paare von kleinen Hundekindern. „Cool!“ sagte einer der vier.
Aber Sherry hatte keine Zeit, sich zu unterhalten. Sie suchte schnell die Box mit Figo. Natürlich war sie verschlossen. Wie blöd. Sherry verkroch sich in eine dunkle Ecke hinter Figos Box.
Die großen Türen des Autos krachten zu. Es fing an zu vibrieren und dann schaukelte der Wagen los. Sherry sackte zusammen. Was würde jetzt als nächstes passieren?
„Hey, Mose“, brummte Quinn, „dieses verrückte Katzenkind hat sich schon wieder in Schwierigkeiten gebracht“.
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